Schallbrücken entstehen überall dort, wo starre Bauteile ohne elastische Trennung direkt miteinander verbunden sind. Solche festen Verbindungen wirken wie eine Art Schallleiter, über den sich Vibrationen nahezu ungehindert durch die Konstruktion ausbreiten.
Damit sich Geräusche nicht auf diese Weise übertragen, müssen diese Kontaktstellen bereits bei der Planung erkannt und gezielt entkoppelt werden.
Wo entstehen Schallbrücken genau und wie lassen sie sich dauerhaft beseitigen?
Eine maßgeschneiderte Schalldämmung beseitigt Schallbrücken an der Ursache
Schallbrücken entstehen besonders häufig an den Stellen, an denen Wände mit Boden, Decke oder angrenzenden Wänden verbunden werden. Wird beispielsweise ein Stahlprofil direkt im Mauerwerk befestigt, dient es als Schallleiter. Vibrationen werden über Schrauben und Metallprofile unmittelbar in die Wand und anschließend in den Raum übertragen.
Deshalb ist es bei jeder Konstruktion entscheidend, die Befestigungspunkte sorgfältig zu planen. Stahlprofile oder Rohrleitungen können an diesen Stellen unerwünschte Kräfte direkt in das Mauerwerk einleiten und so die Schallübertragung begünstigen.
Eine maßgeschneiderte Schalldämmung setzt deshalb auf spezielle Schwingungsentkoppler. Dabei handelt es sich um elastische Zwischenlagen, die zwischen Metall und Wand eingebracht werden. Sie verhindern, dass Bauteile mit unterschiedlicher Materialdichte starr miteinander verbunden sind. Auf diese Weise wird die Übertragung von Vibrationen deutlich reduziert und die Schallabsorption der Wand spürbar verbessert.
Eine wirksame Deckenschalldämmung absorbiert Erschütterungen
Auch Trittschall aus der darüberliegenden Wohnung breitet sich durch massive Betondecken als direkte Vibration aus. Ist eine Gipskartondecke starr befestigt, kann sie ähnlich wie die Membran eines Lautsprechers wirken. Eine wirksame schalldämmung der Decke nutzt deshalb abgehängte Montagesysteme mit schwingungsentkoppelten Befestigungen, die Restenergie aufnehmen, bevor die Unterdecke in Schwingung gerät.
Schalltechnisch entkoppelte Leitungsdurchführungen verhindern starre Verbindungen
Jede Leitungsdurchführung und selbst kleine Fugen in der Wand können zu einer Schallbrücke werden, über die sich Geräusche nahezu ungehindert ausbreiten. Deshalb sollten herkömmliche Füllmaterialien durch Lösungen ersetzt werden, die dauerhaft elastisch bleiben und keine starren Verbindungen erzeugen.
Für die Abdichtung rund um Rohrleitungen oder Elektroinstallationen eignen sich Mineralwolle mit hoher Rohdichte oder spezielle akustische Dichtschnüre, die Vibrationen wirksam absorbieren. Anschließend werden die Fugen mit akustischen Dichtbändern oder hochdichten Membranen luftdicht verschlossen. So entstehen dauerhaft dichte Anschlüsse, ohne neue Schallbrücken zu schaffen, über die Geräusche direkt in den Raum gelangen können.
Fenix-magazin/PROMO
