Ein Mehrfamilienhaus zu bauen gehört zu den anspruchsvolleren Projekten im Immobilienbereich. Es geht nicht nur um hohe Investitionen, sondern auch um Planungssicherheit, Bauzeit und langfristige Wirtschaftlichkeit. Genau hier rückt eine Bauweise immer stärker in den Fokus, die lange Zeit vor allem im Einfamilienhaus-Segment zu Hause war – das Fertighaus.
Doch während Fertighäuser im kleineren Maßstab längst etabliert sind, stellen sich viele Bauherren im Mehrfamilienbereich eine zentrale Frage: Wie realistisch sind die versprochenen Kostenvorteile – und wo liegen die tatsächlichen Preise?
Fertigbauweise im Wandel: Vom Einfamilienhaus zur Anlageimmobilie
Noch vor einigen Jahren spielte die Fertigbauweise im Geschosswohnungsbau kaum eine Rolle. Massivbau galt als Standard, als sicher, als langlebig. Das hat sich spürbar verändert.
Heute bieten zahlreiche Hersteller komplette Mehrfamilienhäuser in Fertigbauweise an – häufig als sogenanntes Fertighaus Mehrfamilienhaus, meist auf Basis von Holztafel- oder Modulbau-Systemen. Ganze Wand- und Deckenelemente entstehen dabei im Werk und werden vor Ort innerhalb kurzer Zeit montiert.
Das spart Zeit. Und oft auch Nerven.
Denn gerade bei größeren Bauprojekten mit mehreren Parteien wird die klassische Baustelle schnell zur organisatorischen Herausforderung. Verzögerungen, Abstimmungsprobleme zwischen Gewerken oder unklare Kostenentwicklungen sind keine Seltenheit.
Preise pro Quadratmeter: Eine erste Orientierung
Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stößt schnell auf eine recht breite Preisspanne. Und genau das macht die Einschätzung so schwierig.
Aktuell liegen die Baukosten für ein schlüsselfertiges Mehrfamilienhaus Fertighaus meist zwischen 2.000 und 3.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. In Einzelfällen kann es auch darüber hinausgehen – etwa bei gehobener Ausstattung oder komplexer Architektur.
Ein konkretes Beispiel macht die Dimension greifbarer:
Ein Gebäude mit sechs Wohneinheiten und rund 600 Quadratmetern Wohnfläche kann – je nach Ausführung – zwischen 1,2 und über 2 Millionen Euro kosten. Ohne Grundstück, wohlgemerkt.
Das klingt zunächst klar. Ist es aber nur bedingt.
Denn der Quadratmeterpreis allein sagt wenig über die tatsächlichen Gesamtkosten aus.
Wovon hängen die Preise für ein Mehrfamilienhaus Fertighaus wirklich ab?
Der entscheidende Punkt liegt in den Details. Und davon gibt es beim Mehrfamilienhausbau einige.
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Größe und Struktur des Gebäudes
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Mit zunehmender Fläche sinken oft die Kosten pro Quadratmeter. Gleichzeitig steigen die Gesamtkosten natürlich deutlich an.
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Ausstattung und Standard
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Zwischen einer funktionalen Basislösung und gehobener Ausstattung liegen schnell mehrere hundert Euro pro Quadratmeter. Böden, Fenster, Haustechnik – alles summiert sich.
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Energiestandard
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Effizienzhäuser nach aktuellen KfW-Vorgaben sind teurer in der Umsetzung, bringen aber langfristig Vorteile bei Betriebskosten und Finanzierung.
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Planung und Individualisierung
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Standardisierte Konzepte sind günstiger. Individuelle Grundrisse, besondere Architektur oder zusätzliche Anforderungen treiben den Preis spürbar nach oben.
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Grundstück und Nebenkosten
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Erschließung, Bodenbeschaffenheit oder regionale Preisunterschiede werden häufig unterschätzt – haben aber erheblichen Einfluss.
Genau hier zeigt sich: Zwei Projekte können auf den ersten Blick ähnlich wirken – und am Ende preislich weit auseinanderliegen.
Der Faktor Zeit – oft entscheidender als der Preis selbst
Ein Punkt, der in vielen Kalkulationen zu kurz kommt, ist die Bauzeit.
Während ein klassischer Massivbau nicht selten ein Jahr oder länger in Anspruch nimmt, steht der Rohbau eines Fertighauses oft innerhalb weniger Wochen. Der Innenausbau folgt planbar.
Das hat direkte finanzielle Auswirkungen.
Zwischenfinanzierungen laufen kürzer. Mietausfälle werden reduziert. Einnahmen können früher generiert werden.
Gerade für Investoren ist das kein Detail, sondern ein entscheidender Hebel.
Unterm Strich zeigt sich: Wer ein Mehrfamilienhaus als Anlageimmobilie plant, sollte weniger auf den reinen Quadratmeterpreis schauen – entscheidend ist das Zusammenspiel aus Bauzeit, Planungssicherheit und langfristiger Wirtschaftlichkeit.
Fenix-magazin/Promo