Gastkommentar: Doris Pack – Zagreb oder Zadar? Osijek oder vielleicht Opatija? Oder doch Dubrovnik?

Kroatien und die Europäische Kulturhauptstadt 2020…

doris packAm 1. Dezember 2011 hat das Europäische Parlament mit überwältigender Mehrheit für den Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union gestimmt. Vorangegangen war ein jahrelanger Reform- und Transformationsprozess, der noch immer andauert. Kein anderer Kandidat zuvor war seitens der EU mit derart strengen Auflagen konfrontiert worden. Kroatien musste wichtige, teilweise auch schmerzhafte Veränderungen vornehmen, die das Land aber weiterbringen werden. Auch wenn die Ratifizierung in einigen EU-Staaten auf sich warten lässt und Kroatien noch einige Hausaufgaben erledigen muss, bin ich nach wie vor optimistisch, dass der Beitritt wie geplant am 1. Juli 2013 vollzogen werden kann. Die Auswirkungen auf die EU und Kroatien selbst wären nicht nur ökonomischer, politischer und rechtlicher Natur. Die Aufnahme eines Landes in die EU bietet immer auch neue Perspektiven für interkulturellen Austausch und Dialog – kurzum, ein Mehr an kultureller Vielfalt innerhalb der Union.

Diese kulturelle Vielfalt ist eines der herausragenden Merkmale der Europäischen Union; es ist daher eine zentrale Aufgabe, sie zu bewahren und ihre Facetten über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus bekannter zu machen. Dies ist unter anderem Aufgabe der europäischen Kulturpolitik. Bereits als Beitrittskandidat konnte Kroatien an dem EU-Förderprogramm KULTUR teilnehmen. Mit dem Programm wird die Mobilität von Menschen, die im Kultursektor arbeiten, gefördert, die grenzüberschreitende Verbreitung von kulturellen und künstlerischen Werken unterstützt und zur Förderung des interkulturellen Dialogs beigetragen. Seit 2007 wurden bereits rund dreißig Projekte im Kulturbereich gefördert, bei denen kroatische Organisationen die Leitung innehatten; an vielen anderen Projekten waren sie mitbeteiligt. Ich hoffe, dass sich künftig auch noch mehr kroatische Kultureinrichtungen aus der Peripherie bewerben werden. Denn aus gutem Grund konzentriert sich die EU-Kulturförderung nicht auf Hauptstädte und Metropolen. Viele unterstützenswerte Ideen entstehen auf lokaler Ebene fernab der großen Städte. Sie sind damit Ausdruck der kulturellen Vielfalt innerhalb eines Landes. Auch für die Kulturlandschaft Kroatiens ist ja bei weitem nicht nur Zagreb von Bedeutung, sondern auch Istrien, Dalmatien, Slawonien und, und, und. Ein wichtiger Bestandteil europäischer Kulturpolitik ist die fest etablierte Initiative der “Europäischen Kulturhauptstädte”.

Der Titel wird in jedem Jahr an zwei Städte verliehen. Bis einschließlich 2019 ist festgelegt, aus welchen Ländern diese Städte jeweils ausgesucht werden. Für 2020 stehen die Chancen sehr gut, dass sich erstmals auch eine kroatische Stadt mit dem Titel schmücken und zu diesem Anlass ein buntes Programm auf die Beine stellen darf. Die Kulturhauptstädte beweisen jedes Jahr auf’s Neue, dass Kulturpolitik und Wirtschaftsförderung keineswegs unvereinbar sind – im Gegenteil! Außerdem bietet das Jahr als Kulturhauptstadt die Gelegenheit, den kulturellen Reichtum und die Vielfalt einer Region Besuchern aus ganz Europa und darüber hinaus zu präsentieren. Ich bin mir ganz sicher, dass auch die kroatische Kulturhauptstadt diese Gelegenheit nutzen und das gesamte Land hervorragend repräsentieren wird – ganz gleich, welche Stadt am Ende das Rennen macht.

Doris Pack

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