Tourismusminister Darko Lorencin: Wir wollen zwei Millionen deutsche Touristen nach Kroatien bringen

Der kroatische Tourismusminister Darko Lorencin plant 30 Tausend Menschen in der Tourismusbranche zu beschäftigen

Der vor kurzem ernannte kroatische Tourismusminister Darko Lorencin spricht für Fenix über die Entwicklungsstrategie des kroatischen Tourismus, die touristischen Ziele Kroatiens, über potentielle Investitionen sowie über die Bedeutung der Auslandskroaten für Kroatien und den
kroatischen Tourismus.

F: Wie finden Sie sich als relativ junger Minister in Ihrem neuen Tätigkeitsbereich zurecht?
Ich komme sehr gut zurecht. Obwohl mir dieser Posten erst neulich anvertraut wurde, habe ich mich mein ganzes Leben mit Aufgaben beschäftigt, die mit dem Tourismus zu tun haben. Zuerst war ich im Tourismusbüro Istriens tätig, wo mein Chef der ehemalige Minister Veljko Ostojić war. Danach habe ich 12 Jahre in der Entwicklungsagentur Istriens gearbeitet. Bevor ich Tourismusminister wurde, war ich der stellvertretende kroatische Wirtschaftsminister im Amt für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit. Dort haben wir das Gesetz über die Investitionsförderung entworfen, das zum ersten Mal auch Tourismusprojekte umfasst.

F: Haben Ihre Vorgänger eine gute Arbeit geleistet oder erkennen Sie irgendwelche Defizite?
Ich setze alle Projekte fort, die mein Vorgänger angefangen hat, und meine Tür steht immer offen für Gespräche. Jeder meiner Vorgänger hatte seinen eigenen Stil, und ich habe auch meine Arbeitsweise. Es ist wichtig, dass mein Kollege Ostojić die Entwicklungsstrategie des kroatischen Tourismus bis zum Jahr 2020 fertiggestellt hat, die während meines Vorsitzes vom kroatischen Parlament verabschiedet wurde.

F: Was sieht diese Strategie genau vor?
Das ist ein Dokument, das die Zukunft des kroatischen Tourismus definiert und die Richtlinie für eine stärkere touristische Entwicklung aller kroatischen Regionen in den folgenden acht Jahren darstellt. Das Hauptziel der Strategie ist, Kroatien unter 20 weltweit führenden touristischen Ländern zu positionieren. Für die Erreichung der bis zum Jahr 2020 gesetzten Ziele soll Kroatien laut der Strategie folgende strategische Ziele umsetzen: neue Investitionen in Höhe von 7 Milliarden Euro schaffen, die Struktur und die Qualität der Unterkünfte verbessern, 20 Tausend neue Hotelzimmer errichten und ihren Anteil von 13,1% auf 18,1% erhöhen, das Angebot der Campingplätze erweitern, die Qualität der privaten Unterkünfte steigern, etwa 30 Tausend neue Arbeitsplätze im Tourismus und damit verbundenen Tätigkeiten schaffen sowie die Einnahmen aus dem Tourismus erhöhen.

F: Erwarten sie mehr Touristen aus Deutschland?
Ja. Wir wollen die beachtliche Zahl von 2 Millionen Touristen, die nach Kroatien kommen, erreichen. Angesichts der Ankündigungen vom deutschen Markt rechnen wir auch in diesem Jahr mit einer hohen Besucherzahl.

F: Laut Prognose der Europäischen Kommission ist in Kroatien mit einem BIP Rückgang von einem Prozent zu rechnen. Kann der Tourismus, der die Staatkasse zum großen Teil füllt, diese schwarzen Prognosen abwenden?
Der Tourismus macht etwas mehr als 15% des gesamten kroatischen Bruttoinlandsproduktes aus, was einen großen Anteil der kroatischen
Wirtschaft darstellt. In Wirklichkeit ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass der Tourismus die kroatische Wirtschaft retten wird. Es gilt, Tourismus mit anderen Wirtschaftssektoren wie Ernährungswirtschaft, Holzindustrie zu verbinden, und diese Sektoren wiederum müssen die Möglichkeiten nutzen, die ihnen der Tourismus bietet, sowie wieder erkennbare Produkte schaffen.

F: Womit wollen Sie Investitionen anlocken? Viele deutsche Investoren beschweren sich über träge Administration und weitere Hindernisse für die Investitionen in Kroatien.
Es gibt genügend Leute, die an Investitionen in Kroatien interessiert sind und hier das Investitionspotenzial sehen. Zur Beschleunigung einzelner Prozesse, die die Investitionen in Kroatien erleichtern werden, wird zurzeit das Gesetz über strategische Investitionen auf den Weg
gebracht. Wir haben viel zu bieten. Im Juli werden wir die Ausschreibung für Kupari, den ehemaligen Besitz des Militärs an attraktiven Standorten bei Dubrovnik, veröffentlichen und dies sollte ein Musterbeispiel dafür sein, wie man in Kroatien investieren kann.

F: In der letzten Ausgabe haben wir die Arbeit der Vertretung der Kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt kritisiert. Kroatische Gastwirte beklagen sich darüber, dass sie keine touristischen Prospekte aus Kroatien bekommen, die Versammlungen der Kroaten werden ignoriert usw. Hat das Ministerium einen Einfluss darauf?
Ich habe vor Ort andere Informationen erhalten, da die touristischen Vertreter in Deutschland eine gute Arbeit leisten und wir einen kontinuierlichen Zuwachs von diesem Markt verzeichnen. Meine Tür steht immer offen für Gespräche für alle diejenigen, die in der Arbeit unserer Vertreter einen Verbesserungs-und Ausbaubedarf sehen.

F: Was wollen Sie den Kroaten in Deutschland und allen anderen Auslandskroaten mitteilen?
Ich lade sie ein, in Kroatien ihren Urlaub zu verbringen, und zwar nicht nur den Haupturlaub, sondern auch einen Erholungskurzurlaub am Wochenende, und dort wo sie wohnen, ihr Land als Urlaubsparadies zu präsentieren.

Kristijan Bodrožić
kristijan.bodrozic@fenix-magazin.de

Entnommen aus der Druckausgabe von Fenix.

 

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