Im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung fand das internationale Symposium „Recht. Erinnerung. Verantwortung. – Jugoslawischer Staatsterror und politische Morde“ statt.
Anlass der Veranstaltung war der zehnte Jahrestag des Urteils des Oberlandesgerichts München im Mordfall des kroatischen Dissidenten Stjepan Đureković. Veranstaltet wurde das Symposium von TORCIDA Films und CroVox.
Zu den Referenten gehörten Dr. Manfred Dauster, ehemaliger Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht München, Prof. Dr. Christian Axboe Nielsen von der Universität Aarhus, Philipp Grüll, Investigativjournalist des Bayerischen Rundfunks und Autor der Dokumentation „Mord in Titos Namen“, sowie Robert Zagajski, dessen Vater Đuro Zagajski 1983 vom jugoslawischen Geheimdienst ermordet wurde.

Das Symposium brachte Vertreter von Generalkonsulaten, Wissenschaft, Medien, Verbänden und der Zivilgesellschaft zusammen. Zahlreiche Besucher reisten aus verschiedenen Regionen Deutschlands sowie aus mehreren europäischen Ländern an.
Im Mittelpunkt standen die juristische, historische und gesellschaftliche Aufarbeitung des jugoslawischen Staatsterrors sowie die politischen Morde an kroatischen Emigranten. Die Vorträge und Diskussionen unterstrichen die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit, historischer Verantwortung und einer lebendigen Erinnerungskultur für demokratische Gesellschaften.
Begleitend zum Symposium wurde eine Ausstellung über den kroatischen Dissidenten und Schriftsteller Stjepan Đureković gezeigt.

Zu sehen waren seine im Exil veröffentlichten Bücher, Fotografien und Interviews sowie historische Presseberichte über seine Ermordung und die anschließenden Gerichtsverfahren. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die strafrechtliche Aufarbeitung vor dem Oberlandesgericht München – von den ersten Ermittlungen bis zum Verfahren gegen Josip Perković und Zdravko Mustač, das am 3. August 2016 mit dem Urteil abgeschlossen wurde.
Die lebhaften Diskussionen im Anschluss an die Vorträge verdeutlichten das anhaltend große öffentliche Interesse an diesem lange verdrängten Kapitel europäischer Zeitgeschichte. Die Veranstalter zogen eine durchweg positive Bilanz und kündigten an, den begonnenen Dialog im kommenden Jahr mit einem weiteren Symposium fortzusetzen.

Das Symposium setzte ein deutliches Zeichen für die Bedeutung der historischen und juristischen Aufarbeitung des jugoslawischen Staatsterrors. Zugleich unterstrich es die Notwendigkeit, die Erinnerung an die Opfer politischer Gewalt wachzuhalten und den wissenschaftlichen sowie gesellschaftlichen Diskurs über die Verbrechen kommunistischer Regime in Europa weiterzuführen.
Fenix-magazin/SIM/N. Caktaš und D. Čotić
MÜNCHEN: Međunarodni simpozij o jugoslavenskom državnom teroru i političkim ubojstvima
