Marijan Gubina: Der Leidensweg den eine Liebesgeschichte beendet hatte!

MARIJAN GUBINA - moja kalvarija (7) (2)Das Leben von Marijan Gubina (32) wurde in einen Roman zusammengefasst und jeder der ihn gelesen hat, blieb sprachlos.  Marijan beschreibt in ihm alle Grausamkeiten die er während der 260 Tage als Zehnjähriger mit seiner Familie in den serbischen Konzentrationslagern erlebt hatte.

„Während dieser elenden Tage musste ich mitansehen wie meine Schwester vergewaltigt wurde.“ Sie haben sie so oft vergewaltigt gehabt, dass ich es gar nicht fassen konnte, dass sie am Leben blieb. All das mussten auch meine Eltern und meine anderen zwei Schwestern ansehen. Sie lebten sich an ihr aus, bis sie nicht schwanger wurde und dann spielten sie „Messerwerfen“ mit ihr, während sie an der Tür festgebunden war, erzählte uns der Marjan.

Ich suchte nach Leichenteilen!

Marijan Gubina wurde in 1981. in Vinkovci geboren. Mit acht Jahren zog er mit seiner Familie nach Dorf Dalj, unweit von Vukovar, um. Im Sommer 1991. mit seinen drei Schwestern im Alter von sechs, zwölf und zwanzig Jahren, sowohl seinen Eltern, wird er in einen von den serbischen Lagern in der Nähe abgeführt.  Als Zehnjähriger Junge musste er ansehen welche Grausamkeiten Serben in den Lagern machten, wie sie Menschen im Hof massakrierten, wonach er die Leichen wegschleppen musste. Er wurde ständig geschlagen. Es fiel ihm leichter die Leichenteile wegzuschleppen, als die Schläge zu ertragen.MARIJAN GUBINA - moja kalvarija (9) (2)

Meine Schwester starb auf meinen Händen!

Sein Vater kam 1992. an der Front um. Ein Jahr später, in einem Verkehrsunfall, vor seinen Augen, kam seine achtjährige Schwester um.– Ich weiss gar nicht wie ich das alles überlebt habe. Ein Auto rannte sie am Zebrastreifen über, gerademal einige Zentimeter von mir entfernt. Vom starken Autoschlag platzte ihr kleiner Kopf den ich vegeblich versuchte wieder zusammenzuhalten – erzählt Marijan mit einem schweren Gewicht in der Stimme.

Seine Mutter stoß in ab

stalak njemacki (2)Wegen aller Grausamkeiten die er durchmachte, sowohl der Ablehnung der eigenen traumatisierten Mutter, ohne jegliche Hilfe , wandelt sich Marijan in einen delinkventen Jugendlichen, der als Vierzehnjähriger auf der Straße landet und ein selbstständiges Leben anfängt, wobei er viele schlechte Erfahrungen macht. Er arbeitet als Ausfeger in den Bars und Nachtklubs, als Hilfskellner , Baustellenarbeiter und danach als selbstständiger Wirt und Unternehmer ,wobei er Ansehen und finanzielle Sicherheit erlingt.

Sie hat mich vom Tod gerettet!

Jedenfalls, den Leidensweg, den Marijan durchgemacht hatte, wurde kaum jemand ertragen können. Zweimal hat er versucht sich das Leben zu nehmen und aus dieser Hölle rettete ihn Marta, seine Ehefrau. – Meine Frau ist mein Engel vom Gott gesandt im vielleicht kritischstem Moment meines Lebens , sie ist die Liebe die ich empfunden habe und diese Liebe allein fehlte mir um frei zu sein und selber die Liebe zu verbreiten.  Mit meinem Engel habe ich eine Familie gegründet und den vollkommenen Lebenssinn gefunden – sagt Marijan.

Er ist heute am glücklichsten im Kreise  seiner zweiundhalbjährigen Tochter und seines fünfmonatigen Babyjungens.

-Die Familie ist mein ganzes Leben, ich geniesse jeden Moment mit ihnen und lasse keine Routine in das gemeinsame Leben aufkommen;  wir zeigen uns das bei jeder Gelegenheit: Küsse, Umarmungen , schöne Worte sind die Grundlage in unserem Leben. Jede Bewegung, jedes Wort meiner Frau und meiner Kinder macht mich glücklich. Pläne für die Zukunft gibt es viele, Zeit genug. Wir planen zehn Kinder. Ich hoffe,dass es Menschen geben wird die mit Lächeln aufwachen werden und jeden Tag zumindest eine gute Tat machen werden – verrät uns Marijan.

Alle Schmerzen und Grausamkeiten in einem Buch zusammengefasst!marijan gubina-moja kalvarija2 (2)

Er hat den Roman „260 Tage“ geschrieben. Er wollte in ihm all den Schmerz, all die Erinnerungen und den ganzen Leidensweg festhalten. Er wollte sich freimachen! Obwohl er so einen Leidensweg hinter sich hat, Marijan ist jetzt ein Mensch der verzeiht und zur Verzeihung aufruft. Seinen Kindern ist der Hass fremd, genauso wie seiner Schwester die aus der Schwangerschaft im Lager einen Sohn bekam der heute 21 Jahre alt ist. Er kennt den Hass nicht, weder zu den Serben noch zu irgendjemand sonst. – Es gab auch gute serbische Mitbürger die uns halfen, soviel sie konnten. Einer wurde umgebracht, weil er meinem Vater helfen wollte – erzählt Marijan.

Für die Verfilmung seines Romans interessierte sich auch der Oscarpreisträger  Branko Lustig. Sein Roman wurde in 14 Sprachen übersetzt und erlebte einen grossen Erfolg. Eine Theaterpremiere dieses Stückes wird am 16.11.2013. in der Aufführung des kroatischen Nationaltheaters von Osijek stattfinden, gerade zur Nacht des europäischen Theaters. Es ist auch eine Film über Marjans Leben angekündigt. Er selbst leitet auch aktiv das „Auxilium“, einen Wohltätigkeitsverbund und der ganze Erlös vom Buchverkauf  geht zum wohltätigen Zweck.

Sandra Marelja Muić

 

 

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