Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution – Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit

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Interview mit Gabriele Kuby zu ihrem neusten Buch

IK:
Frau Kuby, Sie sind auf Einladung des Initiativkreises Katholiken anderer Muttersprachen nach Frankfurt am Main gekommen und haben hier in den Räumen der Kroatischen Katholischen Gemeinde vor etwa 90 Gemeindemitgliedern – überwiegend aus der kroatischen bzw. polnischen, aber auch aus deutschen Gemeinden – Ihr neustes Buch “Die globale sexuelle Revolution – Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit” vorgestellt. Warum kommen die Mensch zu Ihren Vorträgen und was interessiert Sie am meisten ?

G.Kuby:
Alle Menschen spüren die Auswirkungen des gegenwärtigen Kulturkampfes, die Veränderung der ethischen Grundlagen unseres Zusammenlebens, den Familienzerfall, aber sie wissen nicht, was dahinter steckt, nämlich die Ideologie des Genderismus, welche von den UN, der EU und vielen global players wie International Planned Parenthood und Milliardären wie Bill Gates, Rockefeller, strategisch umgesetzt wird. Viele Menschen sind dankbar, wenn sie das erfahren. Erst wenn wir die Realität so erkennen, wie sie ist, können wir handeln.

IK:
In Ihrem Buch schreiben Sie über einen umfassenden Angriff auf die Sittlichkeit. Was kann der Einzelne – vor allem Eltern, die ihre Kinder schützen möchten-, dagegen tun ?

gabriele kubyG.Kuby:
Jeder steht an einem bestimmten Platz und kann sich dort für die Werte einsetzen, deren Geltung er für erforderlich hält. Die Grundvoraussetzung ist, dass ich selbst entsprechend lebe. Wenn ich selbst in sexueller Unordnung lebe, werde ich mich nicht dafür engagieren, Kinder vor der Zwangssexualisierung in den Schulen zu bewahren. Erkenntnisfähigkeit und Handlungskraft sind abhängig von der Qualität des eigenen Lebens.
Eltern, die ihre Kinder vor der Zwangssexualisierung schützen wollen, müssen sich zusammen tun und ans Licht bringen, dass Kinder zur Masturbation, Homosexualität, Anal- und Oralsex  animiert werden; sie müssen Lehrer und Schuldirektor wissen lassen, dass sie das nicht wollen. Eltern haben das Recht, im Detail darüber informiert zu werden, was in Sexualerziehung gemacht wird. Es ist nicht erlaubt, dass externe Sexualpädagogen, z. B. von pro familia, in die Schulen kommen, und ihnen die Klassen ohne Lehrer überlassen werden. Bisher läuft das alles so glatt, weil eine Decke des Schweigens darüber gebreitet ist. Schlimm ist, dass selbst die Kirchen schweigen. Eltern, die wirklich ernst machen, und ihre Kinder nicht teilnehmen lassen, laufen in Deutschland Gefahr, dass sie ins Gefängnis kommen und die Kinder ins Heim (www.medrum.de, 17. 11. 2013) Jugendliche haben als Einzelne keine Chance, sich dem zu entziehen. Ich warte darauf, dass mutige Schülerorganisationen und Schülerzeitungen dagegen die Stimme erheben. Alle Umfragen zeigen, dass Jugendliche sich Familie wünschen und Treue. Eltern und Lehrer sind es ihnen schuldig, ihnen den Weg zu zeigen, wie sie dieses Lebensziel erreichen können, sie dürfen nicht in ein Sexualverhalten hineingetrieben werden, was die Erreichung dieses Ziels so gut wie unmöglich macht. Durch promiskuitiven Jugendsex werden die jungen Menschen bindungsunfähig, weil sie schon viel zu viele Verletzungen erlebt haben, bevor sie überhaupt erwachsen sind, außerdem stecken sie sich massenhaft mit Geschlechtskrankheiten an.

IK:
Wie sieht die Jugend dieses Phänomen, welche Erfahrungen haben Sie in dieser Hinsicht ? Gibt es Reaktionen, oder machen die Jugendlichen und Kinder munter mit ?

G.Kuby:
Ich habe einen Wochenendkurs entwickelt und einige Dutzend mal gehalten: Only you – gib der Liebe eine Chance. (Dazu gibt es auch ein gleichnamiges Büchlein.) Es ist nicht schwer, Jugendlichen mit der Vernunft zu zeigen, dass Warten mit der Sexualität bis zur Ehe ein guter Weg für sie ist, aber schwer ist es, in dieser hypersexualisierten Gesellschaft diesen Weg tatsächlich zu gehen.

IK:
Einige Ihrer Bücher wurden in Ländern veröffentlicht, die früher hinter dem Eisernen Vorhang lagen. Generell gelten diese Länder als konservativer als die westeuropäischen. Wie schätzen Sie die Chance ein, dass sich in Kroatien, Polen usw. eine dauerhafte Reaktion gegen die Sexualisierung bildet ?

G.Kuby:
Ich freue mich sehr, dass mein Buch bereits in Kroatien, Polen, Slowakei und Ungarn erschienen ist, bald auch in der Tschechischen Republik und in der Ukraine. In diesen Ländern wächst der Widerstand gegen die aktive Veränderung des Wertesystems durch die Machtpolitik der EU. Ich hoffe, dass es durch diese Länder Widerstand in der EU geben wird, welche die Familienzerstörungspolitik der EU Einhalt gebietet.

IK:
Sie erwähnten während Ihres Vortrages auch das bevorstehende Referendum in Kroatien. Kroatien ist erst am 1. Juli 2013  in die EU aufgenommen worden und lässt seine Bürger am 1. Dezember 2013 über die Frage abstimmen ob in der kroatischen Verfassung die Ehe als ausschließliche Vereinigung zwischen Mann und Frau definiert werden soll. Welche Botschaft möchten Sie den Bürgern Kroatiens anlässlich des bevorstehenden Referendums mit auf den Weg geben ?

G.Kuby:
Es ist großartig, dass im Sommer 2013 innerhalb von zwei Wochen 20 Prozent des kroatischen Volkes ihre Unterschrift für die Durchführung eines Referendums gegeben haben, welches in der Verfassung festlegen soll, dass die Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann. Das ist ein Hoffnungszeichen für ganz Europa. Ich bin sicher, dass das Volk sich am 1. Dezember für die Bewahrung von Ehe und Familie entscheiden wird.

IK:
Noch eine abschließende Frage aus ganz aktuellem Anlass.
Wie bewerten Sie die anhaltende Kampagne, welche aus den Reihen der Medien und aus reformorientierten Kreisen von Kirche und Gesellschaft gegen unseren Limburger Bischof Franz Peter Tebartz van Elst geführt wird ?

G.Kuby:
Diese Kampagne schadet der Kirche viel mehr als die bedauerlichen Fehler des Bischofs. Der Kampf geht um die Demokratisierung der Kirche, wie sie von „Wir sind Kirche“ oder „Kirche von unten“ betrieben wird.  Was eine solche Protestantisierung bewirkt, sehen wir an der Evangelischen Kirche : dann bleibt nicht einmal mehr das Sola Scriptura übrig, wie die „Orientierungshilfe“ der EKD zum Thema Familie zeigt, der Heilige Geist hat keine Chance mehr, der Zeitgeist regiert. Kirche ist aber dazu da, den Heiligen Geist in der Welt Raum zu geben, und der kommt von oben, nicht von unten. Wenn Stadtdekan Johannes zu Eltz in einer Propagandaveranstaltung im Haus am Dom am 12.11.2013 sagen kann: „Ich finde bei den Journalisten mehr Ehrgefühl und Wahrheitsliebe als bei den Hierarchen meiner Kirche“ und „Die Stimme der Gläubigen sind die Medien“, dann scheint er in seinem rasenden Kampf gegen den Bischof offenbar den Realitätssinn verloren zu haben.
Die ganze Affäre zeigt uns jedenfalls, dass wir Christen leben müssen, was wir glauben, alles andere wird von den „brüllenden Löwen“ verschlungen.

 

Initiativkreis, Tomislav Cunovic

 

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