Bischof Marian Eleganti und Rechtsanwalt Thommy Schott / Foto: Fenix (I.M.)

TELEFONISCHES INTERVIEW: Laien und Geistliche erheben sich gegen synodale Bischöfe

Eine neue Antemurale Christianitatis scheint sich zu formieren. Am Sonntag den 12. Juli 2026 hat sich in Offenbach am Main eine Gruppe Katholiken zusammengetan und eine Gemeinschaft unter dem Namen Pro Fide Ecclesiae gegründet.

 

Sie erheben sich gegen den deutschen Synodalen Weg. Anscheinend ist die Gruppe gut organisiert und auch vernetzt, denn die Homepage ging sofort online. User können durch ein paar Clicks selbst Mitglied werden. Außerdem machte die Neugründung rasend schnell die Runde in der deutschen, aber auch in der europäischen Presse, sogar in den USA erschienen Beiträge. Laut Online-Echtzeitzähler kommen rd. 50-100 Mitglieder hinzu. Täglich! Fenix sprach mit den Mitgründern Bischof Marian Eleganti und Rechtsanwalt Thommy Schott.

Interview geführt von: Ivan Matić

Fenix: Exzellenz, dass Sie als hoher Vertreter der katholischen Kirche die Vereinigung mitgegründet haben, spricht für den Mut, den man Ihnen ja sowieso nachsagt. Was gibt Ihnen die Zuversicht, hier das Richtige zu tun?

Bischof Eleganti: Ich würde es weniger Mut, eher Vertrauen nennen, das ich in unsere Gründer habe. Da sind fähige Leute dabei, sie alle haben auf der Gründungsversammlung enormes Engagement gezeigt beim Ringen um die besten Lösungen. Es waren viele Fragen zu beantworten, schließlich ist die Sache auf Dauer angelegt. Dabei war die Gründungsveranstaltung von fünfeinhalb Stunden nur das Ergebnis eines halben Jahres Vorbereitungen. Wie man dem Erfolg ansieht, wurde gute Arbeit geleistet. Da war niemand, der sich versteckte, alle wollten den Erfolg. Es geht uns nicht um umstrittene Privatmeinungen, sondern unbestritten um den Glauben der Kirche, wie das Lehramt ihn uns vorlegt. Das ist der Kompass, nicht unsere eigenen Ansichten.

Fenix: Dass Sie als Geistlicher dabei sind, heißt das, es ist keine reine Laienorganisation?

Eleganti: Die Gründer berufen sich auf das Dekret für das Laienapostolat vom 18.11.1965. Da können sich aber Laien und Geistliche zusammentun. Zu den Gründern gehören neben mir auch Ordensleute und Weltpriester, aber vor allem kroatische Franziskaner.

Fenix: Herr Schott, Sie wurden zum ersten Vorsitzenden gewählt, dem Vernehmen nach einstimmig. War das schon vorher klar, weil Sie das Ganze auch initiiert hatten?

Schott: Von vorgefasster Klarheit kann keine Rede sein; es gibt so viele qualifizierte Frauen und Männer bei uns. Wenn es einstimmig war, sieht man, wie zielstrebig wir alle nach vorne schauen. Es war eine begeisternde Versammlung. Natürlich freue ich mich über die Wahl und will meiner großen Verantwortung gerecht werden.

Fenix: Beschreiben Sie unseren Lesern doch einmal den Zweck der Vereinigung?

Schott: Laien und Geistliche haben viel ertragen seit 2019. Die synodalen Reformisten erwecken in Rom den Eindruck, sie hätten die überwältigende Mehrheit der deutschen Katholiken hinter sich, aber sie ignorieren gleichzeitig die vielen Katholiken, die in unseren Pfarreien einfach nur katholisch im Sinne des Glaubens der Kirche sein wollen und es auch sind. Das ist oft die stille Mehrheit. Das hat Methode:  Sie selektieren und integrieren nur Reform-Ja-Sager in ihr künstliches Parlament. Sie nennen nicht-katholische Lehren des Relativismus anders-katholisch. Sie deuten klare Absagen aus Rom in Zustimmungen um. Alle Einwände von uns Laien quittieren sie mit einem onkelhaften Lächeln. So geht das nicht mehr. Wir wollen uns aber nicht kleinkariert an die Stelle des ZdK setzen. Vielmehr ist unser Augenmerk auf die Weltkirche gerichtet. Und die Weltkirche muss verhindern, dass sich die Kirche spaltet und in Deutschland eine katholische Nationalkirche entsteht. Es geht uns um die Einheit der Kirche im Glauben, nicht nur um die Bekämpfung eines deutschen Sonderweges. Ähnliche Verhältnisse gibt es auch anderswo, z.B. in der Schweiz und in Österreich.

Fenix: Welche nächsten Schritte können wir von Pro Fides Ecclesiae erwarten?

Schott: Wir planen öffentlich wahrnehmbare Aktionen und stille Verhandlungen gleichermaßen.

Fenix: Konkret?

Schott: Auf unserer Hompage www.profideecclesiae.org findet man Aktuelles und wichtige Termine. Nur mit der Zeit und großem Einsatz werden wir viele Katholiken mobilisieren können. Auf der Homepage ist auch unsere laufende Petition mit einem Offenen Brief an den Heiligen Vater, Papst Leo XIV.,  verlinkt. Unsere Bitte: Gebiete den synodalen Auswüchsen Einhalt! Kard. Burke hat im jüngsten Interview verlangt, dass der synodale Prozess in der bisherigen Form gestoppt werden muss. Es war uns wichtig, damit als Erstes in die Öffentlichkeit zu gehen.

Fenix: Wenn ich mir die Pressereaktionen anschaue, so gab es mit kath.net zwar die erste aus Deutschland, aber die meisten folgten dann aus dem katholischen Europa und sogar den USA und Kanada. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Bischof Eleganti: Für die säkularen Medien in Deutschland sind wir kein Thema, für die innerkirchlichen nur zum Teil, je nachdem wie sie sich kirchenpolitisch positionieren. Viele Katholiken und Bischöfe im Ausland schauen mit Sorge nach Deutschland. Sie haben diese z.T. ja auch schon öffentlich geäussert. Unsere mediale Resonanz dokumentiert, dass viele auch im Ausland unsere Sorge teilen und froh sind, wenn gegen die Irrtümer des synodalen Weges und der sog. Neuen Synodalität etwas getan wird.

Fenix: Und trotz dieser Situation scheinen Sie voller Energie.

Bischof Eleganti: Als Bischof darf ich bis zuletzt nicht die Arme sinken lassen.

Fenix: Für Millionen Laien ist es schon schwer genug zu durchschauen, was der Synodale Weg überhaupt ist. Und noch herausfordernder, sich eine Meinung zu bilden.

TELEFONISCHES INTERVIEW: Laien und Geistliche erheben sich gegen synodale Bischöfe
Logo / Foto: Fenix (I.M.)

Schott: Am rasanten Zulauf zu unserer Gemeinschaft können Sie sehen, dass das nicht ganz stimmt. Wir Laien sind durchaus imstande, Häresien vom rechten Glauben zu unterscheiden. In Sachen des Glaubens denken wir mit dem Herzen und halten wir uns an die Lehre der Kirche. Das ist ein sicherer Kompass in Zeiten von so großer Verwirrung. Eher scheint es mir, dass viele nur darauf gewartet haben, dass einer kommt, der die Krise anspricht und die Dinge beim Namen nennt!

Fenix: Und was genau ist das, was schief läuft?

Schott: Aus meiner Laiensicht ist das so: Die Mehrheit in der deutschen Amtskirche versucht, die Braut Christi zu kapern. Kardinal Müller sprach in diesem Kontext von einer Übernahme, ob freundlich oder feindlich sei dahingestellt. Ihr Werkzeug ist die permanente Identifikation mit Minderheiten, die sich als Opfer fühlen oder als solche ausgemacht werden. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an Forderungen aus der Regenbogenwelt. Ihre Inklusion soll es richten. Von derzeit 60 deutschen Bischöfen sind in der Wahrnehmung vieler Katholiken weltweit nur zwei Handvoll Hirten, die sich dem Zeitgeist entgegenstellen. Wir gehören zu diesen und halten uns in solchen Fragen an den Papst und an das Lehramt.

Fenix: Heißt das, Sie bitten den Papst, in den deutschen Disput einzugreifen?

Schott: Das ist nicht nur ein deutscher Disput. Die katholische Kirche in Deutschland ist keine Nationalkirche, sondern Teil der Weltkirche. Eine Spaltung der Kirche in Deutschland ist deshalb eine Spaltung der Weltkirche. Ob Papst Leo XIV. nun das Wort ergreift oder nicht, werden wir sehen. Wir Laien von überall – weltweit – müssen dem Heiligen Vater zeigen, dass wir hinter ihm und den romtreuen Hirten stehen, die sich an den Glauben der Kirche halten und ihr diesbezügliches Versprechen bei der Bischofsweihe, der professio fidei, nicht beugen. Unsere Gemeinschaft Pro Fide Ecclesiae ist international, deshalb sind bei uns auch Katholiken und Angehörige der östlichen, unierten Kirchen willkommen, aber auch aus anderen Ländern, in welche sich die katholische Kirche eingepflanzt hat.

Fenix: Das Wachstum Ihrer Gemeinschaft ist rasant. Zu den 18 Gründungsmitgliedern sind innerhalb einer Woche über 500 weitere Mitglieder hinzugekommen. Sie können langsam anfangen, von einer Bewegung zu sprechen. Wie werden Sie damit umgehen, wenn der Heilige Vater dennoch überhaupt nicht auf Ihre Stimme reagiert?

Schott: Wir hoffen natürlich, dass der Trend anhält und wir nicht eine kleine Minderheit bleiben. Auch wir Laien haben eine starke Position und können viel bewirken, nicht nur die vom Papst ernannten Bischöfe. Papst Leo XIV. ist unser aller Papst. Aber die Kirche denkt in Jahrhunderten, während wir Laien vom Papst oft ein schnelles Eingreifen erwarten. Die gegenwärtige Situation ist weder für den Papst noch für uns, seine geistlichen Söhne und Töchter, leicht.

Fenix: Wer kann denn nun Mitglied werden?

Eleganti: Jeder römisch-katholische Laie und Geistliche. Weltweit.

Fenix: Und wie wird man Mitglied von Pro Fide Ecclesiae?

Schott: Indem man auf die Internetsite www.profideecclesiae.org geht und die Maske auf der Startseite „Kostenlos Mitglied werden“ anklickt und ausfüllt

 Fenix-magazin/SIM/Ivan Matić

Povezano

01-orexrotomoulding-formydorotomouldinguodorexrotomoulding
Wie werden Rotationsformen hergestellt und warum bestimmen sie die Produktqualität? Wir erklären es!
281
REISEN MIT DER DEUTSCHE BAHN: Was man beachten sollte
Kristijan Tušek und Luka Vušković / Foto: Fenix (Ivan Matic)
KROATISCHER NATIONALSPIELER IM FOKUS DES HSV: Generalkonsul Tušek überreicht Luka Vušković den Preis von Fenix-Magazin und Večernji list
FOOD-FESTIVAL MÖBEL: Extrem belastbar, wetterfest und langlebig
MÜNCHEN/STUTTGART: Steigende Lebenshaltungskosten sind größte finanzielle Sorge  
Ersatzteile online kaufen: 5 Tipps für die richtige Wahl