Kroatien kassiert ab, Bosnien und Herzegowina trauert

marijana_foto2Die Regenfälle im August haben nun auch die letzten Touristen von der kroatischen Küste weggescheucht und mit ihnen sind auch die kroatischen Auswanderer gegangen. Sie genossen ihre Urlaubszeit, die Badefreuden, gaben ihr in der Fremde verdientes Geld aus und erlebten hautnah alle Schönheiten ihrer Heimat.

Die Touristen konnten sich diesmal überzeugen, dass Kroatien nicht mehr so leicht über kleine Straftaten hinwegschaut, wie z.B. Parkegebühren an der Küste, wovon man bisher glimpflich davongekommen ist. Mit dem Beitritt Kroatiens der EU hat sich allerdings auch das verändert und so wurden nur im letzten Jahr in Zadar sogar 14000 Parkstrafvorfälle registriert, in Šibenik 4000 und in Pula 4500 unbezahlte Parkaufenthalte. Das Zahlen von Parkscheinen wurde bisher am meisten von Deutschen, Österreichern, Slowenen und den Italienern gemieden. Das ist jetzt jedoch vorbei und ausländische Besucher denen nach Spaß ist, können nicht mehr ganz nackt oder in Bikinis straffrei in der Stadt bummeln.

Andererseits, wie es scheint, ist es der Regierung erlaubt immer wieder diese Heimat zu zerstören während die Kroaten im Ausland in der Stille den Untergang beobachten. So auch in Bosnien und Herzegowina. Es ist etwas sehr beunruhigendes in dieser Beobachtung dieser beiden Staaten.

Kroatien ist schon seit Jahren ein Land voller Perspektiven, nur tut keiner etwas dafür diese Perspektive endlich in die Tat umzusetzen. Entmutigend aber auch nervig ist das ständige Wiederholen des Ministerpräsidenten, dass jedes neue Jahr „ein Jahr des wirtschaftlichen Aufschwungs“ sein wird und dass es „besser wird, aber nicht allzu viel besser“. Die Wahlen rücken näher, der Premierminister und seine Minister lassen alle Probleme auf der Warteliste stehen, tun nichts, wahrscheinlich um nichts falsch zu machen, da die Wähler nun wieder ihre Stimme für sie abgeben sollen. Bosnien und Herzegowina weint über die vielen Arbeitlosen, die Jugendlichen machen ihre Fach- und Uniabschlüsse ohne jegliche Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Früher konnte man den Beruf nach dem Bedarf am Arbeitsmarkt auswählen. Man wusste mit welchem Abschluss man am besten Arbeit finden wird. Dies ist nun ganz egal, da man nicht einmal mit der Lupe eine Arbeitsstelle finden kann.

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Marijana Dokoza
Chefredakteurin

 

 

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