Austrijska policija na Bleiburgu / Foto:Hina

Dr. Josip Stjepandić: Entsetzen über Gedenkmesse-Verbot in Bleiburg

Der Präsident der kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste in der Diaspora und Heimat, Dr. Josip Stjepandić hat in einem offenen Brief Stellung zum möglichen Verbot der Gedenkmesse am Loibacher Feld in Bleiburg bezogen.

 

In diesem beschreibt er unter anderem sein Unverständnis und Entsetzen über diese Entscheidung. Er erklärt, dass kroatische Opfer von Kriegsverbrechen aus dem zweiten Weltkrieg keine Opfer zweiten Ranges sind, und erwartet die volle Pietät allen kroatischen Opfern gegenüber.

Seine Stellungnahme veröffentlicht Fenix Magazin in vollem Umfang

Sehr geehrter Herr Dr. Guggenberger,

mit Unverständnis und Entsetzen haben wir Ihre Entscheidung zur Kenntnis genommen, die Gedenkmesse am Loibacher Feld, geplant für den 18. Mai, nicht genehmigen zu wollen.

Diese Entscheidung verletzt zutiefst das Andenken an die Opfer von Kriegsverbrechen sowie ihre Nachkommen. Ihre Begründung weisen wir entschieden zurück. Sie klingt so, als hätte der Autor niemals an dieser Gedenkmesse teilgenommen, sondern seine Information aus den anti-katholischen und kommunistischen Kreisen bezogen.

Sowohl unsere Mitglieder als auch das Präsidium haben an dieser Messe regelmäßig teilgenommen und zu keinem Zeitpunkt über die Unregelmäßigkeiten berichtet, die das Charakter einer Gedenkmesse in Frage stellen würden.

Wir dürfen erinnern, dass sich die erste Phase eines beispiellosen Völkermordes am Loibacher Feld im Mai 1945 ereignet hat. Über die Einzelheiten geben zahlreiche historischen Werke zuletzt von Dr. Florian Thomas Rulitz Aufschluss. Daher rührt diese Gedenkveranstaltung, die seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts jährlich stattfindet.

Ungeachtet des nachgewiesenen Völkermordes an Kroaten, gibt es seit einigen Jahren eine politische Hetze gegen uns Pilger, die denkbar einfach zu erklären ist. Während über Jahrzehnte die sterblichen Überreste dieser Opfer verscharrt blieben, kamen sie in den letzten Jahren – auch durch verschiedene Baumaßnahmen (Autobahn in Slowenien, Seilbahn in Kroatien usw.) zum Vorschein. Genau dies möchten aber die Nachkommen der Jugokommunisten und ihre Verbündeten in Österreich verhindern. Aus derer Sicht darf das Kriegsverbrechen in seinem vollen Umfang nicht ans Tageslicht kommen.

Daher diese beispiellose und abscheuliche politische Hetze, die eher an die stalinistische Zeit erinnert als an ein Europa des 21. Jahrhundert!

Wir wundern uns, dass Sie dies im Vorfeld nicht erkannt haben, sondern mit Ihrem Handeln Partei für die Mörder ergriffen haben.

Letztes Jahr hat der Unterzeichner eine der Wortführerin dieser Hetze eingeladen, unser Gast bei dieser Gedenkmesse zu sein, um sich von unserer Verbundenheit zu dem Recht und Gesetz in Österreich persönlich zu überzeugen. Leider hat die Wortführerin dieses Angebot nicht nur ausgeschlagen, sondern ihre politische Hetze fortgeführt.

Denn entsprechenden Mailwechsel finden Sie hier auf dieser Website Hrvatskonebo.org

Nach der Gedenkmesse im letzten Jahr haben wir, zu unseren Fahrzeugen zurückkehrend, fast jeden der zahlreichen Polizeiposten gefragt, ob es Anlass zu einer so starken polizeilichen Präsenz gegeben hätte. Von jedem der österreichischen Ordnungshüter kam ein ganz klares Nein. Ist also Ihrer Einschätzung nach, der österreichische Staat nicht in der Lage, extreme Randgruppen (sofern diese auftauchen) auszusondern, um so eine würdevolle Gedenkfeier an die Opfer zu gewährleisten?

Wie voreilig Ihre Entscheidung war, mag Ihnen das folgende Detail aufzeigen: Nach der katholischen Gedenkmesse, geleitet durch einen kroatischen Bischof, fand jedes Jahr auch ein moslemisches Gedenkritual statt, denn unter den Opfern waren auch viele tausende Muslime. Das würde nun bedeuten, dass wir kroatischen Katholiken dieses Jahr durch einen moslemischen Geistlichen seelsorgerisch betreut werden müssten. Es fällt uns schwer, uns mit solchen Gedanken überhaupt befassen zu müssen.

An Rande sei angemerkt, dass uns eine Kritik des moslemischen Gedenkrituals seitens der österreichischen Öffentlichkeit nicht bekannt ist.

Daher bitten wir Sie, Ihre Entscheidung nochmals zu überdenken und umgehend rückgängig zu machen.

Anderenfalls könnte ein Präzedenzfall geschaffen werden, der negative Folgen für die katholischen Kirche hätte und vor allem das geltende EU Recht auf „Unantastbarkeit der Menschenwürde“ brechen würde. Wie stehen Sie persönlich zu der Unantastbarkeit der Würde eines Menschen? Kroatische Opfer von Kriegsverbrechen aus dem zweiten Weltkrieg sind keine Opfer zweiten Ranges, wir erwarten daher von Ihnen die volle Pietät allen kroatischen Opfern gegenüber.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Josip Stjepandić

Fenix-magazin/MD/DB

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