Home > DEUTSCH > Stephania Nortier, verlassene kroatische Tochter in Frankreich

Stephania Nortier, verlassene kroatische Tochter in Frankreich

stefani1Ich gebe meiner Mutter keine Schuld, ich will nur wissen, ob sie irgendwann an mich denkt…

Als Neugeborene wurde Stephania Nortier in einem Pariser Krankenhaus verlassen. Heute ist sie 47 und wohnt im französischen Ort Poitiers. Schon seit 28 Jahren sucht sie ihre biologischen Eltern. – Ich bin im März 1966 geboren. Als Geburtsdatum ist beim Standesamt der 21. März eingetragen. Seit meinem neunzehnten Lebensjahr suche ich meine biologischen Eltern – erklärt uns Stephania. Eben in diesem Alter war ihre biologische Mutter, als sie das Baby in Paris verlassen hatte. Stephania sagt, sie gebe ihr keine Schuld, sie wolle nur ihre Herkunft wissen und frage sich, ob ihre Mutter irgendwann an ihr verlassenes Kind denkt. – Ich habe erfahren, dass meine Mutter keinen Ausweg hatte. Sie war eine 19-jährige Studentin. Von ihren Eltern wurde sie aufgezwungen, nach Frankreich zu kommen, um dort ihr Kind zur Welt zu bringen, es dort zu verlassen und dann zurückzukehren, um ihr Studium in einer kroatischen Stadt zu beenden. Meine Mutter könnte heute etwa 65 Jahre alt sein – sagt Stephania. Im Alter von nur vier Monaten wurde Stephania von Joseph und Thérese Devannes aus der französischer Region Maine et Loire adoptiert. – Es fehlte mir an nichts. Ich hatte alles, was ich brauchte, die Elternliebe eingeschlossen. Die Frage “wer bin ich?” hat mich aber schon immer gequält. Woher komme ich? Oft frage ich mich, wem bin ich ähnlich? Habe ich Geschwister? – erklärt uns Stephania. Sie gibt an, als Erzieherin im Kindergarten denke sie beim Anblick der eigenen Kinder und Kinder im Kindergarten oft über ihre Mutter nach, die sie verlassen hatte. Auf der Suche nach ihren biologischen Eltern hat sie auch die Krankenschwester gefunden, die bei ihrer Geburt in Paris anwesend war und die sich an ihre kroatische Mutter noch erinnert. Die Krankenschwester hat bestätigt, dass die Mutter nie versuchte, ihre Identität zu verheimlichen. Sie weiß nicht, warum im Krankenhaus die Geburt als anonym eingetragen wurde, so dass in der Geburtsurkunde Name der Mutter fehlt. Die Krankenschwester kann sich aber nicht mehr erinnern, wie die junge Gebärerin hieß.

stefani2Wer bin ich?

Es wäre viel leichter, wenn Stephania mindestens ihren biologischen Vater kennen würde. Von ihm weißt sie nur seinen Vornamen: Stipe. Nach allen bisher gefundenen Spuren könnte sein Familienname Ištuk lauten. Sie ist sich aber darin nicht ganz sicher. – Es gibt Dutzende Männer mit solchem Vor- und Nachnamen in Kroatien, und zwar in allen Landkreisen, so dass es schwierig ist, zu einigen Daten zu kommen – erzählt Stephania. Sie hat allerdings erfahren, dass ihr biologischer Vater damals 28 war. – Das bedeutet, er könnte heute 74 sein. Den gesammelten Andeutungen nach sollte sein Vater ein Bauer und die Mutter eine Hausfrau sein. Er hatte zwei Schwester und einen Bruder – sagt Stephania. Stephania heiratete den Franzosen Lionel Nortier. Aus 21-jähriger Ehe stammen fünf Kinder: Sabrine (20), Jonathan (18), Cassandra (14), Louk (10) und Noël (5). Stephania sagt, ihre Familie ist ihre große Unterstützung. – Meine Kinder sind darüber froh, dass sie irgendwo in der Welt eine dritte Oma und einen dritten Opa haben. Die verstehen vollkommen meinen Wunsch, die biologischen Eltern zu finden. Die hoffen auch, dass ich meine Eltern irgendwann finde und meine biologische Familie kennenlerne – sagt Stephania. Alle, die irgendeine Information über biologische Eltern von Stephania Nortier haben könnten, können sich an unsere EMail- Adresse (fenix@fenixmagazin. com) oder an die E-Mail-Adresse von Frau Delphine Pavlak: angerdelphine@ hotmail.com zu melden.

Pogledajte drugo

Screenshot/Ilustration

Deutsch-Kroatische Gesellschaft trauert um stellvertretenden Vorsitzenden

Der Stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft Volker Herrmann ist bei einem tragischen Verkehrsunfall mit einem ...

reklama