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Praljak ist ein Verbrecher, weil er keine Kirchensteuer gezahlt hat

Kolumnist Slobodne Dalmacije Ivica Šola erklärt das Verbot der Lesung einer Totenmesse durch das Bistum Rottenburg-Stuttgart 

Piše: Ivica Šola
Piše: Ivica Šola

„Wer erinnert sich nicht an die mächtigen Tränen der Volksmassen, die wir im Fernsehen gesehen haben, als er starb, wie ihn das Schwarzbuch des Kommunismus als einen der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte, Josip Broz Tito. Wenig ist darüber bekannt, weil darüber weder geschrieben noch gesprochen wurde, dass ältere Frauen in ihren Pfarrhäusern für Totenmessen für Tito bezahlt haben. Die Pfarrer haben dem Wunsch entsprochen und gebetet für diesen Verbrecher, Wüstling, Massenmörder.

Ist es umstritten, dass Tito und sein Regime im Europa der Nachkriegszeit die meisten Priester, Mönche und Nonnen ermordet haben; dass er auch das Oberhaupt der Katholischen Kirche in Kroatien, den Heiligen Alojzije Stepinac getötet und die Kirche systematisch verfolgt hat? Nein. „Selbst, Jesus sagt, dass wir unsere Feinde lieben sollen, dass wir für unseren jene, die uns verfolgen, beten sollen. Ein solches Gebet für einen Verbrecher, wer auch immer er war, Tito, Pavelic, Hitler oder Stalin, bedeutet nicht, ihre Verbrechen zu relativieren, Verbrecherregimes und –ideologien zu bestätigen, sondern nur, für die Seele der Sünder zu beten, gemäß Jesus, der selbst als Verbrecher rechtskräftig verurteilt und getötet wurde, gemeinsam mit zwei weiteren Verbrechern“, schreibt Sola und setzt fort:

Jesus, der von sich sagt, dass er nicht für die Gerechten gekommen ist, sondern für die Sünder. Je mehr ein Mensch sündigt, desto mehr sollte für ihn gebetet werden. Es wird keine Messe zur Rettung der Seele des Heiligen Franziskus oder den Heiligen Leopold Mandic gelesen, sondern für jeden Sünder, für den dies bei der Kirche ersucht wird. Dies ist keine ‚Erfindung’ der Kirche, sondern das Gebot Jesu, der selbst am Kreuz für seine Mörder, für ‚seine Titos’ gebetet hat.

Gemäß Jesus’ Liebe zu schweren Sündern (uh, schon wieder dieser ‚Anarchist’ Jesus), hat er Dizma, einem der beiden Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt wurden, trotz der rechtskräftigen Verurteilung durch ein weltliches Gericht, gesagt, dass er noch heute mit ihm im Himmel sein wird.

Ganz offensichtlich respektierte Jesus den damaligen „Haager Gerichtshof nicht, hat er doch diesem Verbrecher, der ihn, ohne seine eigenen Verbrechen abzustreiten, darum bat, sich seiner zu erinnern, wenn er in sein Königreich kommt, den Wunsch mit einem Platz im Himmel entsprochen.“

In seiner Kolumne schreibt Sola, dass er „mit Verachtung die Tatsache ablehnt, dass die Katholische Kirche in Deutschland Slobodan Praljak wie Marisol behandelt, weil das Bistum Rottenburg-Stuttgart die Messe zur Rettung seiner Seele verboten hat. Das ist Häresie, Hochmut, der sich über Jesus erhebt.

Für jemanden zu beten hat weder etwas damit zu tun, was irgendein irdisches Gericht sagt, noch ist es eine Missachtung des Gerichts, sondern es ist ein christlicher Glaubens(!) Akt nach Jesu Lehre, der nicht in die Entscheidung des Gerichts einsteigt oder diese bestreitet.

Was würde der deutsche Bischof über Heilligen Ivan Paul II. sagen? Er hat für seinen (erfolglosen) Mörder, einen rechtskräftig Verurteilten, Alija Agca die Heilige Messe gelesen, ihn im Knast besucht und ihm vergeben. Sollte der Heilige Ivan Paul aus der Kirche verbannt werden, weil er für die Seelenrettung Alija Agca gebetet hat?

Die Widerlichkeit der Katholischen Kirche in Deutschland bekommt monströse, pharisäische, heuchlerische Dimensionen, wenn man Folgendes in Betracht zieht: In Deutschland ist jeder Katholik verpflichtet, Kirchensteuer zu bezahlen. Wer das  ablehnt, wird aus der Kirche verbannt! Dem wird auch eine kirchliche Beerdigung untersagt.  Also schickt die Katholische Kirche in Deutschland einen Mann für nicht bezahlte 100€ Kirchensteuer in die Hölle!  Wenn diese unverschämt reiche Kirche in Deutschland, in der Lage ist einen Menschen für ein paar Euro aus der Kirche zu verbannen, und „in die Hölle schicken“, dann ist dieses Verbot über Messe zur Seelenrettung des Generals Praljak, nicht verwunderlich. Praljak ist offenbar nur einer von vielen „Verbrechern“,  die den heilligen Rockefellern 100 Euro Kirchensteuer verweigert haben. Ihre Kassen sind überfüllt, ihre Kirchen leer!

Man sollte nicht vergessen, dass die meisten Lügen und Falschinformationen über Kroatien und den Krieg in der Heimat nicht die sekuläre Presse in Deutschland veröffentlicht hat, sondern das kirchliche Blatt „Christ in der Gegenwart“, deren Informanten unter anderem Puhovski und Zoran Pusic (!?) waren. Don Nedeljko Ante Ancic, ein fleißiger Priester aus Split, Kirche und Heimat verbunden, hat jahrelang mit ihren Lügen gekämpft und Korrekturen und Antworten geschrieben. Lass sie….

Aber wenn sie die Messe für irgendeinen Sünder verbieten, auch für Slobodan Praljak, sollte man sie eigentlich bedauern, denn sie unterscheiden nicht zwischen dem weltlichen und Gottes Gericht, sie unterscheiden nicht zwischen Marisol und Slobodan, Marisol, für die sie bestimmt die Messe lesen würden, sollten sie beim fleißigen Durchschauen der Seifenoper eine Szene finden, aus der hervorgeht, dass sie bezahlt hat – Kirchensteuer! Achtung, Achtung!

Fenix-magazin/SIM/SD – Ivica Šola / Prijevod: Kaja Brkić

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